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Eintrag in der Universitätsbibliographie der TU Chemnitz

Volltext zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:ch1-qucosa2-1049104


Zwingmann, Katharina Vanessa
Schlesinger, Torsten (Prof. Dr.) ; Jahn, Georg (Prof. Dr.) (Gutachter)

Biopsychosoziale Gesundheitsparameter älterer Personen und deren Förderung durch bewegungsbezogene Interventionen


Kurzfassung in deutsch

Im Zuge einer immer älter werdenden Gesellschaft gewinnen die in Gesundheit verbrachten Lebensjahre sowohl für den Einzelnen als auch für die Allgemeinbevölkerung an Bedeutung. Körperliche Aktivität ist eines der effektivsten Instrumente, mit denen über das eigene Verhalten ein gesundes Altern auf körperlich-biologischer, psychisch-kognitiver sowie sozialer Ebene beeinflusst werden kann. Um dieses Instrument anzuwenden ist es hilfreich, einige Voraussetzungen zu klären – beispielsweise die Möglichkeit, Bewegungsaufgaben auch im Alter neu-, wieder- oder umzulernen, um diese bei Alltagstätigkeiten (z. B. Gehen mit Rollator) oder bei der Teilnahme an bewegungsbezogenen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung (z. B. Umgang mit Übungsmaterialien) auszuführen. Da sich sowohl der Alterungsprozess an sich als auch die Wirksamkeit von Bewegungsmaßnahmen heterogen gestalten, ist es in der Anwendung des Instruments körperliche Aktivität des Weiteren notwendig, biopsychosoziale gesundheitliche Veränderungen direkt im Lebensumfeld älterer Personen zu betrachten. Ziel dieser Dissertationsschrift war es daher, die Erkenntnisse der aktuellen Forschung auf dem Gebiet der sportwissenschaftlichen Perspektiven von bewegungsbezogener Gesundheitsförderung bei älteren Personen zu erweitern und zunächst die Möglichkeiten (fein)motorischen Lernens im Alter mittels einer Sequenzproduktionsaufgabe sowie die Beeinflussung dieses Prozesses zu erforschen. Überdies bezweckte diese Arbeit auch die Evaluation von Effekten körperlicher Aktivität auf biopsychosoziale Gesundheitsparameter im Alter. Hierfür wurden in zwei beispielhaften Wohn- und Rahmenbedingungen älterer Personen (Außenbereich von Kommunen; stationäre Pflegeeinrichtungen) bewegungsbezogene Interventionsmaßnahmen zur Gesundheitsförderung geplant, durchgeführt sowie deren Wirksamkeit anhand verschiedener Steuergrößen überprüft. Mittels der einzelnen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass (fein)motorisches Lernen im Alter vor allem bei einfachen Aufgaben noch möglich ist, jedoch langsamer verläuft als im frühen Erwachsenenalter. Beeinflusst wird dies über die kardiorespiratorische Fitness sowie (soziale) Freizeitaktivitäten, weniger über die kognitive Leistungsfähigkeit. Die bewegungsbezogene Intervention im Setting Kommune bewirkte u. a. signifikante Verbesserungen der neurokognitiven Leistungsfähigkeit und Steigerungen der funktionellen Kapazität der unteren Extremität sowie im Gehen. Im
Vergleich zur Kontrollgruppe konnten die Teilnehmenden des Bewegungsprogramms im Setting stationäre Altenpflege alle biopsychosozialen Gesundheitsparameter signifikant verbessern oder aufrechterhalten. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Relevanz der ganzheitlichen Betrachtung des älteren Individuums bei der Anwendung bewegungsbezogener Gesundheitsförderung und ergänzen die Kenntnisse zur Wirksamkeit gesundheitsförderlicher körperlicher Aktivität im Alter um die Umsetzbarkeit im unmittelbaren Lebens- und Wohnumfeld.

Kurzfassung in englisch

As society continues to age, the number of years spent in good health is becoming increasingly important for both individuals and the general population. Physical activity is one of the most effective tools for influencing healthy aging on a physical-biological, psychological-cognitive, and social level through one's own behaviour. There are a few preliminary conditions that need to be clarified in order to use this tool effectively - for example, the ability to learn, re-learn or adapt movement tasks in old age for everyday activities (e. g., walking with a wheeled walker) or when participating
in movement-related health promotion measures (e. g., using exercise equipment). Since both, the aging process itself and the effectiveness of exercise measures, are heterogeneous, it is also necessary to consider biopsychosocial health changes directly in the living environment of older people when applying the instrument of physical activity. Thus, the aim of this dissertation was to expand the findings of current research in the field of sports science perspectives on exercise-related health promotion in older people by initially explore the potential of (fine) motor learning in old age and its influencing factors using a sequence production task. In addition, this work aimed to evaluate the effects of physical activity on biopsychosocial health parameters in old age. For this purpose, movement-related intervention measures for health promotion were planned and implemented in two exemplary living and framework conditions for older people (outdoor locations at local communities; long-term care facilities), and their effectiveness was assessed using various performance indicators. The individual investigations showed that (fine) motor learning in old age is still possible, especially for simple tasks, but proceeds more slowly than in early adulthood. This is influenced by cardiorespiratory fitness and (social) leisure activities, rather than cognitive performance. The exercise-related intervention in the community setting resulted in significant improvements in neurocognitive performance and increases in the functional capacity of the lower extremities and walking, among other things. Compared to the control group, participants of the exercise program in the long-term care facilities were able to significantly improve or maintain all biopsychosocial health parameters. These results highlight the relevance of a holistic view of older individuals when applying exercise-related health promotion. They also expand existing knowledge about the effectiveness of health-promoting physical activity in old age in terms of its feasibility in the immediate residential environment.

Universität: Technische Universität Chemnitz
Institut: Professur Sozialwissenschaftliche Perspektiven von Sport, Bewegung und Gesundheitsförderung
Fakultät: Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Betreuer: Schlesinger, Torsten (Prof. Dr.)
DOI: doi:10.60687/2026-0105
SWD-Schlagwörter: Alter , Körperliche Aktivität , Gesundheitsförderung , Biopsychosoziales Krankheitsmodell
Freie Schlagwörter (Deutsch): ältere Personen , körperliche Aktivität , biopsychosziale Gesundheit , Gesundheitsförderung , Setting
DDC-Sachgruppe: 613.0438, 613.719
Sprache: deutsch
Tag der mündlichen Prüfung 13.05.2026

 

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