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Eintrag in der Universitätsbibliographie der TU Chemnitz

Volltext zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:ch1-qucosa2-1012942


Baumgärtel, Lutz
Nitzsche, Nico (PD Dr. Dr.) ; Maiwald, Christian (Prof. Dr.) (Gutachter)

Entwicklung und Validierung eines Tests zur Erfassung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei Senioren

Development and validation of a test to assess physical performance in older adults


Kurzfassung in deutsch

Der präventive und therapeutische Nutzen von regelmäßiger Bewegung und körperlicher Aktivität, um Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit bei Senioren zu verhindern, ist unbestritten. Vor allem der kardiorespiratorischen Leistungsfähigkeit fällt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Die Grundlage zielgerichteter Trainingsinterventionen ist dabei eine korrekte Diagnostik der kardiorespiratorischen Leistungsfähigkeit. Die Bestimmung der kardiorespiratorischen Leistungsfähigkeit erfolgt dabei in der Regel mittels maximaler oder submaximaler Belastungstests. Hauptparameter ist dabei häufig die direkte oder indirekte Bestimmung der maximalen Sauerstoffaufnahme. Neben kosten- und zeitaufwändigen Tests auf dem Radergometer oder Laufband kommen dabei Steptests oder Stufensteigtests zur Anwendung. Die bisherigen Untersuchungen von Steptests fokussierten sich dabei vor allem auf die Anwendung bei jüngeren Probandenkollektiven. Nur wenige Publikationen betrachteten die speziellen Anforderungen an einen Steptest für Senioren. Dies betrifft vor allem die Belastungssteuerung und die Durchführung der Steigbewegung. Prinzipiell erfolgte die Belastungssteuerung bei Steptests über die Parameter Steighöhe, Schrittfrequenz und Stufendauer. Als Problemfeld bei Senioren können hier zu hohe kardiorespiratorische Einstiegsbelastungen bei hohen Steighöhen sowie defizitäre koordinative Fähigkeiten bei variablen Schrittfrequenzen ausgemacht werden. Die Diagnose und Quantifizierung einer alltagsrelevanten körperlichen Leistungsfähigkeit mittels Steptest beinhaltet somit neben Aussagen über die allgemeine Kraft- und Ausdauerfähigkeit auch Aussagen über koordinative Fähigkeiten.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit bestand in der Entwicklung und Validierung eines geeigneten Steptests zur Quantifizierung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei Senioren. Dazu wurden im ersten Schritt verschiedene Teilstudien durchgeführt, um die methodischen Aspekte bestehender Tests zu überprüfen und im Hinblick auf das spezielle Probandenkollektiv anzupassen. Wesentliche Ergebnisse aus den ersten Teilstudien lesen sich wie folgt:
Für die Durchführung eines Steptests, insbesondere bei Senioren, sollte die intuitive Schrittfolge „rechts-links-rechts-links“ ausgewählt werden. Bei abweichender Schrittfolge ist keine relevante Veränderung der kardiorespiratorischen Parameter zu erwarten. Bei Fehlern in der Schrittfolge ist kein Testabbruch notwendig. Die Belastungssteuerung eines Steptests für Senioren sollte über die Steigerung der Stufenhöhe erfolgen. Die Nutzung des linearen Zusammenhangs zwischen Herzfrequenz und Belastung zur Berechnung der maximalen Sauerstoffaufnahme ist unabhängig von der Belastungssteigerung möglich. Die Blutlaktatkonzentration stellt aufgrund der hohen Variabilität keinen geeigneten Ergebnisparameter dar.
Nach Auswahl einer für Senioren geeigneten Methodik erfolgten die Validierung der kardiorespiratorischen Leistungsfähigkeit und weitere Teilstudien zur Überprüfung von Einflussfaktoren sowie die Validierung alternativer Ergebnisparameter wie der Gleichgewichtsfähigkeit. Aus den Ergebnissen der einzelnen Teilstudien erfolgte abschließend die Beurteilung zur Durchführung eines Steptests zur Bestimmung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei Senioren. Die wesentlichen Ergebnisse der abschließenden Teilstudien lauten wie folgt: Mehrstufige Steptests mit einer Belastungssteigerung über die Stufenhöhe eignen sich als reliable Testmethodik. Veränderungen der Herzfrequenz und der Sauerstoffaufnahme ab ±13 Schlägen bzw. ±6,5 ml min-1 kg-1 können als tatsächliche Veränderung angesehen werden. Mittels eines mehrstufigen Steptests lässt sich die maximale Sauerstoffaufnahme für ältere Probanden im Sinne eines einfachen Tests hinreichend genau bestimmen. Über die maximale Sauerstoffaufnahme als Bruttokriterium der kardiorespiratorischen Leistungsfähigkeit hinaus zeigen sich zusätzlich gute Übereinstimmungen mit etablierten submaximalen Ergebniskriterien der kardiorespiratorischen Leistungsfähigkeit wie der PWC130. Die Ausprägung der Muskelkraft der unteren Extremitäten hat bei älteren Probanden keinen Einfluss auf die kardiorespiratorische Leistung im Steptest. Die Höhe der bewältigten Stepstufe kann jedoch als Prädiktor der Kraftfähigkeit im Hinblick einer Alltagstauglichkeit dienen. Eine höhere Muskelkraft als die für die Stepbewegung notwendige Muskelkraft hat keine Auswirkung auf die Gleichgewichtsfähigkeit. Unterschiedliche Ausprägungen der koordinativen Leistungsfähigkeit haben keinen wesentlichen Einfluss auf die kardio-respiratorische Leistungsfähigkeit, wenn die grundsätzliche Fähigkeit besteht, die Bewegungsanforderung des Steptests zu bewältigen.

Universität: Technische Universität Chemnitz
Institut: Forschung Prof. Schulz
Fakultät: Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Betreuer: Nitzsche, Nico (PD Dr. Dr.)
DOI: doi:10.60687/2026-0001
SWD-Schlagwörter: Belastungstest , Leistungsfähigkeit , Kardiopulmonale Leistungsfähigkeit
Freie Schlagwörter (Deutsch): Steptest , Belastungstest , Kardiorespiratorisch , Leistungsfähigkeit , Senioren
DDC-Sachgruppe: Naturwissenschaften und Mathematik, Physiologie und verwandte Themen
Sprache: deutsch
Tag der mündlichen Prüfung 17.12.2025
OA-Lizenz CC BY 4.0

 

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