Unreliable Iconicity

Or: Accounting for the Cartoonish Pictures of Comics in Multimodal Reasoning

Autor/innen

  • Lukas R.A. Wilde Norwegian University of Science and Technology image/svg+xml

DOI:

https://doi.org/10.14464/zsem.v45i1-2.764

Schlagworte:

Cartoon, Cartoonisierung, Comics, Ikonizität, Piktorialität, Semiotik, Transmediale Narratologie, Unzuverlässigkeit, Sascha Hommer

Abstract

Der Beitrag argumentiert, dass Bildlichkeit im Comic nicht als eine distinkte Zeichenmodalität, sondern als zwei unterschiedliche Schwellen des piktorialen Verstehens und Interpretierens adressiert werden muss: eine zumeist prä-attentionale kognitive Rekonfiguration von zweidimensionalen Linien auf Papier zu dreidimensionalen Körpern im Raum sowie eine bewusste (re-)interpretatorische Zuordnung (oder Entflechtung) von wahrnehmbaren Merkmalen zu Storyworld-Entitäten. Diese Zuordnung wird entlang oft widersprüchlicher multimodaler Signale geleitet, die sowohl spezifische textuelle Hinweise als auch generische Traditionen sowie paratextuelle Markierungen umfassen. Der Beitrag analysiert zwei Comics des deutschen Künstlers Sascha Hommer, die typisch für eine solch medienspezifische ikonische Unzuverlässigkeit sind, da wir nie sicher sein können, wie die Bewohner:innen sowohl von Hommers phantastischen als auch seiner autobiografischen Welten von anderen Figuren wahrgenommen werden können. Diese Fragen bleiben dennoch entscheidend für die Erschließung der thematischen Pointe beider Werke, zumal die Leser:innen im Laufe der multimodalen Lektüre frühere Annahmen revidieren müssen. Die Analyse von Hommers Werken zeigt so, wie sich die beiden beschriebenen Schwellen als unverzichtbar für die angemessene Einschätzung cartoonisierter Bilder im Comic sowie ihrer medienspezifischen Unzuverlässigkeiten erweisen.

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Veröffentlicht

2025-08-29