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UB Newsletter 2007/2


 

Onlineumfrage zum wissenschaftlichen Publizieren an der Technischen Universität Chemnitz
- Auswertung der Ergebnisse -

Im Zeitraum vom 1. Februar 2007 bis 28. Februar 2007 hat die Universitätsbibliothek Chemnitz eine Online-Umfrage zum wissenschaftlichen Publizieren durchgeführt. Durch die wachsende Vernetzung digitaler Informationssysteme und die neuen Möglichkeiten des wissenschaftlichen Publizierens und Kommunizierens werden auch neue Forderungen an Bibliotheken gestellt. Das Elektronische Publizieren mit seinen Schwerpunkten: vernetzte Repositorien (Dokumentenserver), Open Access und Langzeitarchivierung gehört in den kommenden Jahren zu den Förderthemen der Deutschen Forschungsmeinschaft. Die Universitätsbibliothek Chemnitz möchte als Dienstleister die Wissenschaftler im Publikationsprozess unterstützen. Ziel ist der Aufbau eines Serviceangebotes rund um das wissenschaftliche Publizieren. Die Universitätsbibliothek dankt allen Teilnehmern an der Befragung. 136 Wissenschaftler, Mitarbeiter und Studenten nutzten die Gelegenheit zur Meinungsäußerung. Mehrere Einzelpersonen stellten gezielte Fragen zur Archivierung. Diese Anfragen werden natürlich alle von uns beantwortet oder wurden bereits beantwortet. Die Bibliothek erhielt wichtige Hinweise/Empfehlungen für den Publikationsdienst MONARCH sowie Kenntnis über den weiteren Informations- und Servicebedarf zum wissenschaftlichen Publizieren. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass unsere Öffentlichkeitsarbeit noch gezielter eingesetzt werden muss.

Wer nicht an der Umfrage teilnehmen konnte, kann sich jederzeit mit Fragen und Hinweisen an Frau Blumtritt wenden. Ute Blumtritt Tel. 531 31290

 

Beteiligung

Insgesamt wurden 136 Fragebögen ausgefüllt, die sich auf die unterschiedlichen Benutzergruppen wie folgt verteilen:

 

  • 28 Studenten
  • 67 Wissenschaftliche Mitarbeiter
  • 7 Mitarbeiter
  • 28 Professoren
  • 3 Sonstige Benutzer

Auf die Fakultäten verteilt sich die Beteiligung so:

 

  • 23 Fakultät Naturwissenschaften
  • 10 Fakultät Mathematik
  • 26 Fakultät Maschinenbau
  • 9 Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik
  • 14 Fakultät Informatik
  • 24 Fakultät Wirtschaftswissenschaften
  • 22 Philosophische Fakultät
  • 4 Sonstige Einrichtung

 

Elektronisches Publizieren

Die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler ist von den Vorteilen des Elektronischen Publizierens überzeugt und schätzt besonders die zeitnahe, kostenlose und unkomplizierte Publikationsform. Leider ist das Informationsangebot von Bibliothek und MONARCH noch nicht bekannt genug, obwohl vielseitige Publikationswege schon bedient werden (Mail-Verteiler, Internet-Angebot, Flyer, Veranstaltungen, Schulungen, individuelle Gespräche). Deshalb auch gleich hier noch einmal der Verweis auf die Hochschulschriftenstelle als Einstiegsseite. Die Empfehlung, auch Samstag-Schulungen anzubieten, haben wir bereits für das Sommersemester 2007 testweise umgesetzt.

 

MONARCH

Warum 97 Beteiligte MONARCH kennen und nur 34 davon den Publikationsdienst bisher beansprucht haben, muss hinterfragt werden. Wir können aber auch von Archivierenden berichten, die den Dienst gern und immer wieder nutzen, z.B. für die regelmäßige Veröffentlichung von Tagungsberichten, deren stabile Adresse dann an alle Beteiligten und Interessenten weitergegeben wird. Seit 1995 können die verschiedensten Dokumenttypen bereitgestellt werden, so dass die Archivierung keineswegs auf Dissertationen/Habilitationen eingeschränkt ist. MONARCH versteht sich NICHT als Konkurrenz oder Ersatz für eine Verlagspublikation. Der Dienst kann vor allem für wissenschaftliche Publikationen, die nicht im Verlag veröffentlicht werden sollen oder auch für eine Zweitveröffentlichung genutzt werden. Entsprechende Hinweise erhalten Sie auf den Seiten der Hochschulschriftenstelle/Elektronisches Publizieren.
Anwenderfreundlichkeit, einfache und schnelle Archivierungsfunktion haben sich bewährt. Absolventen der TU Chemnitz sollten bei Interesse an einer Archivierung in jedem Fall den Kontakt zur Bibliothek (Frau Blumtritt) aufnehmen. Die Sichtbarkeit der MONARCH Dokumente wird zur Zeit vor allem durch den Nachweis über Google, in Bibliothekskatalogen und Rechercheangeboten für elektronische Schriften garantiert. Seit 2001 ist MONARCH als Dataprovider der Open Archive Initiative aktiv. Über die internationale OAIster-Suche der Universität Michigan sind die Treffer aus Chemnitz zu finden. (Stand der Gesamttrefferanzahl bei OAIster am 18.04.2007 war 11,315,096 aus 769 Institutionen). Weiterhin haben wir Kontakt zu Datenbankanbietern wie Elsevier und FIZ-Technik aufgenommen, damit MONARCH-Dokumente bei Fachrecherchen angezeigt und referenziert werden.
Mit der für 2007 geplanten Einführung einer neuen, deutschlandweit bereits eingesetzten Softwarebasis, werden die Empfehlungen und Hinweise zu Layout, Gestaltung und Funktionalität überdacht. Unter anderem ist dann die getrennte Bereitstellung von Metadaten und Datei möglich. Es wird Exportfunktionen in Literaturverwaltungsprogramme, die Möglichkeit der Vergabe von Open-Access-Lizenzen für Dokumente, erweiterte Browsingfunktionen und einige andere neue Funktionalitäten geben.
Der 2004 von der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation DINI e.V. zertifizierte Dienst MONARCH strebt die Verleihung des neu angebotenen Zertifikates 2007 an. Autoren, Archivierende und Recherchierende erhalten damit die Gewissheit, eines nach nationalen und internationalen Standards betriebenen Angebotes.
Die technologischen Ziele des von DINI angestrebten Open Access - Informations- und Repository- Netzwerkes in Deutschland sind:

 

  • Aufbau eines OAI-Serviceproviders
  • Gemeinsames Retrieval
  • Gemeinsames Browsing
  • Gemeinsames Printing on Demand
  • Gemeinsame Statistik
  • Zitationsanalyse

Die Sichtbarkeit von Open Access-Publikationen soll durch Verbesserung der OA-Statistik erhöht werden. (Nutzungsdaten aus Linkresolvern und Webserverlogs, Ranking, Trendanalysen Zitationsanalyse...) http://www.dini.de/veranstaltung/workshop/bibtag07/schirmbacher.pdf


 

Open Access (OA)

 

Dies sind aktuelle Schlagzeilen aus der Wissenschaft die zeigen, "Open Access" ist im Gespräch. Ein Prozess zum Angebot neuer Publikationsformen wurde gestartet und ist nicht mehr aufzuhalten. Wir möchten Sie über diesen Prozess informieren und werden den Interessenten regelmäßig aktuelle Informationen per E-Mail zukommen lassen. Ausserdem wird es in großen Abständen Informationsveranstaltungen rund um das wissenschaftliche Publizieren und damit auch zu OA geben. Parallel bietet die Bibliothek Informationsveranstaltungen in den Fakultäten an. Sollten Sie an der Herausgabe einer Open Access-Zeitschrift interessiert sein, beraten wir Sie gern.
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Hochschulschriftenstelle / Open Access.


 

Urheberrecht

Große Unsicherheiten beim elektronischen Publizieren gibt es zu Fragen des Urheberrechts. Die meisten Autoren haben keinerlei zeitlichen Spielraum, zur Klärung urheberrechtlicher Fragen, möchten aber natürlich das bestehende Urheberrecht nicht verletzen. Bitte wenden Sie sich auch hier mit Ihren Fragen an die Universitätsbibliothek. Es kann zwar keine Rechtsberatung durchgeführt werden, jedoch geben wir Ihnen gern Tipps und Hinweise zur Gestaltung von Verlagsverträgen, gleichen die bestehenden Verträge im Einzelfall nach den bekannten OA-Optionen der Verlage ab und nehmen auch Kontakt zu den Verlagen auf, wo dies sinnvoll erscheint oder zeigen Ihnen weitere Veröffentlichungswege. Bitte beachten Sie auch, dass nachträgliche Archivierungen (nach Ablauf einer bestimmten Frist) möglich sind.
Detaillierte Informationen finden Sie auf den Seiten der Hochschulschriftenstelle.

Die für den Sommer 2007 geplanten Änderungen im Urheberrecht, welche z.T. für Wissenschaft und Bildung schlimme Folgen bringen werden, sind weitgehend unbekannt. Nach aktuellem Stand gibt es eine gemeinsame Stellungnahme des Deutschen Bibliotheksverbandes und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Die wichtigsten Konsequenzen sind in den Paragraphen 52b und 53a zu erwarten (Zitat).

 

  • Paragraph 52b: Wiedergabe von Werken an elektronischen Leseplätzen (Satz 1). Zulässig ist, in den Räumen öffentlich zugänglicher Bibliotheken, Museen und Archive sowie in Hochschulen veröffentlichte Werke aus deren Beständen zur Forschung und für private Studien ausschließlich an eigens dafür eingerichteten elektronischen Leseplätzen, an denen eine Vervielfältigung der Werke gemäß Paragraph 53 nur auf analoge Weise gestattet ist, zugänglich zu machen...
  • Paragraph 53a: Kopienversand auf Bestellung (Abs. 1). Zulässig ist auf Einzelbestellung die Vervielfältigung und Übermittlung einzelner in Zeitungen und Zeitschriften erschienener Beiträge sowie kleiner Teile eines erschienenen Werkes im Weg des Post- oder Faxversands durch öffentliche Bibliotheken, sofern die Nutzung durch den Besteller nach Paragraph 53 zulässig ist. Die Vervielfältigung und Übermittlung in sonstiger elektronischer Form ist ausschließlich als grafische Datei und zur Veranschaulichung des Unterrichts oder für Zwecke der wissenschaftlichen Forschung zulässig, soweit dies zur Verfolgung nicht gewerblicher Zwecke gerechtfertigt ist...

Das Aktionsbündnis "Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft" bündelt Aktivitäten für den Zugang zu weltweiter Information für jedermann zu jeder Zeit und von jedem Ort für Zwecke der Bildung und Wissenschaft.
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Hochschulschriftenstelle / Urheberrecht.


 

Langzeitverfügbarkeit

Die Langzeitverfügbarkeit der Dokumente spielt für viele Autoren und Wissenschaftler eine wesentliche Rolle. Zukünftig ist es möglich, dass bestimmte Dokumente ausschließlich online erscheinen. Umso wichtiger ist es, dass diese für die Nachwelt gesichert werden. Die Hauptverantwortung für die Langzeitverfügbarkeit des deutschsprachigen Schrifttums trägt mit der Erweiterung des Gesetzes zum Sammelauftrag diesen Schrifttums die Deutsche Nationalbibliothek.
Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Hochschulschriftenstelle / Langzeitarchivierung. Die Optionen für ein langzeitverfügbares Dokument werden bereits bei der Erstellung der Arbeiten gesetzt. Es gibt Format-Empfehlungen und Vorlagen, zur Nachnutzung für die Autoren und Sie haben die Möglichkeit an Schulungen im Universitätsrechenzentrum und in der Bibliothek teilzunehmen.

 

Universitätsverlag und Universitätsbibliographie

Dr. Steinhauer In: BuB, Heft 4/2007 S. 280f
"Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Hybrides Publizieren "als Marketing-Mix" eine sehr interessante Veröffentlichungsvariante darstellt. Es können sowohl die Vorteile elektronischer als auch gedruckter Publikationen ausgeschöpft werden. Durch die elektronische Publikation erreicht der Autor eine weltweite Sichtbarkeit, schnelle und einfache Erreichbarkeit seines Textes. Er wird in den einschlägigen Fachkreisen wahrgenommen. Die Herstellung des gedruckten Buches kann dabei als Print-on-Demand-Service erfolgen. Man erhält dabei einen buchförmigen Ausdruck des Online-Dokumentes."
Die zweite Variante ist eine reguläre Verlagspublikation mit ISBN und Lieferbarkeit im Buchhandel. Die konventionelle Verlagspublikation ist wiederum über anerkannte renommierte Wissenschaftverlage oder einen eigenen Universitätsverlag möglich.

Einige große Verlage gestatten bereits die Zweitpublikation auf dem Hochschulschriftenserver. Genauere Hinweise finden Sie auf den Seiten der Hochschulschriftenstelle / Elektronisches Publizieren.

Rund 80% der Befragten sind an der Erstellung einer Online-Universitätsbibliographie interessiert. Basis für die Erstellung ist die Meldung der Daten durch die Autoren der TU Chemnitz. Die technische Umsetzung einer nutzerfreundlichen Eingabemöglichkeit ist für Ende 2007 geplant. Damit werden die verschiedensten Auswertungsvarianten abrufbar.


 

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